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im Einsatz bei 263 Steuerkanzleien

Praxisanleitung

Historische PDF-Kontoauszüge im Insolvenzverfahren in Excel aufbereiten

In Insolvenzverfahren liegen Bankunterlagen oft verteilt über Akten, mehrere Banken und unterschiedliche Jahre vor. Eine Excel-Liste kann die Sichtung erleichtern. Entscheidend ist jedoch, dass der Ursprung jeder Buchungszeile nachvollziehbar bleibt und fehlende Unterlagen nicht mit einem vollständigen Kontoauszug verwechselt werden.

Vorbereitung und benötigte Unterlagen

Vor dem Export Kontoinhaber, Bank, IBAN beziehungsweise Kontonummer und Zeitraum aus den Originalen erfassen. Dateien je Konto trennen, alle Seiten sortieren und eine einfache Dokumentenliste führen. Unlesbare Scans und Lücken im Auszugsverlauf ausdrücklich kennzeichnen, statt sie durch Annahmen zu ergänzen.

Schritt für Schritt

  1. 1. Quellen inventarisieren

    Für jede Bank und jedes Konto die vorhandenen PDFs, Auszugsnummern, Seiten und Datumsbereiche festhalten. Wenn Blatt 1 oder ein Zwischenblatt fehlt, zunächst weitere Unterlagen suchen. Fehlt eine für die Prüfung notwendige Seite, darf die spätere Tabelle nicht als vollständig bezeichnet werden.

  2. 2. PDF-Dokumente in Umsatzzeilen umwandeln

    Lesbare PDF-Kontoauszüge einzeln oder gesammelt in KontoCSV einreichen und CSV beziehungsweise Excel als Ziel wählen. Die Konvertierung übernimmt sichtbare Buchungsdaten; sie erzeugt keine rechtlichen Erkenntnisse und ergänzt keine nicht vorhandenen Bankbewegungen.

  3. 3. Daten mit Originalen abgleichen

    Buchungsdatum, Betrag, Vorzeichen und Verwendungszweck stichprobenartig sowie bei auffälligen Positionen gezielt gegen die Original-PDFs prüfen. Soweit Anfangs- und Endsalden vorliegen, ihre Plausibilität kontrollieren. Mehrere Konten niemals allein aufgrund ähnlicher Zahlungstexte zusammenführen.

  4. 4. Nachvollziehbare Arbeitsliste erstellen

    In der Tabelle Konto, Zeitraum und Quelle dokumentieren und danach nach Gegenpartei, Betrag oder Datum filtern. Auffällige Buchungen jeweils über den ursprünglichen Kontoauszug und gegebenenfalls weitere Belege belegen. Originaldokumente unverändert archivieren.

Durchgerechnetes Praxisbeispiel

Fiktives Beispiel: Für zwei Bankkonten liegen Auszüge von Januar bis März vor, für eines fehlt jedoch Februar. Die Januar- und März-Transaktionen lassen sich zwar als Tabellen exportieren; ein Vergleich des gesamten Quartals bleibt ohne Februar unvollständig. Die fehlende Periode gehört sichtbar in die Arbeitsdokumentation.

Typische Fehler vermeiden

  • Fehlende oder doppelte Auszugsseiten nicht durch eine scheinbar lückenlose Excel-Liste verdecken.
  • Buchungstag, Wertstellung, Währung und Vorzeichen nicht ohne Prüfung gleichsetzen.
  • Eine gefilterte Zahlung nicht automatisch als anfechtbar, betrügerisch oder gläubigerbenachteiligend einstufen.

Ergebnis und nächster Schritt

Die Excel-Datei ist eine Arbeitshilfe zur Sichtung. Erst der Abgleich mit der vollständigen Bankakte und weiteren Nachweisen schafft eine belastbare Grundlage für fachliche Schlussfolgerungen.

Grenzen der Konvertierung

KontoCSV ist kein Insolvenzverwaltungs-, Forensik- oder Rechtsprüfsystem. Es prüft weder Vermögenszuordnung noch Insolvenzanfechtung und ersetzt nicht die Beweiswürdigung durch zuständige Fachkräfte.

Häufige Fragen

Darf ich Auszüge verschiedener Banken in einer Tabelle prüfen?

Ja, nach Prüfung und Konvertierung können Daten in der eigenen Tabellenkalkulation verglichen werden. Die Herkunft jedes Datensatzes und unterschiedliche Währungen müssen dabei erhalten bleiben.

Was tun, wenn Seiten oder Salden fehlen?

Die Lücke dokumentieren und nach Originalunterlagen suchen. Ein Export ersetzt fehlende Seiten nicht; insbesondere für vollständige bankfachliche Formate können Anfangs- und Endsalden erforderlich sein.